Basis der kunsttherapeutischen Arbeit

Interdisziplinäre Kunsttherapie
Interdisziplinäre Kunsttherapie bedeutet, dass Beziehungen zwischen den verschiedenen kreativen Betätigungsfeldern hergestellt werden sollen, damit zu Gunsten der Klienten und Patienten eine individuelle und qualifizierte therapeutische Arbeit geleistet werden kann.
Interdisziplinäre Kunsttherapie wird dann zum Erlebnis, wenn spürbar wird, wie künstlerische Tätigkeiten die Grenzen der jeweiligen Künste überschreiten und in die benachbarten Bereiche übergehen.
In den einzelnen künstlerischen Fachgebieten gibt es kein isoliertes Nebeneinander.
Sie sind verbunden durch ihre Metaphern, ihre Darstellungsbereiche und Medien und gleiten oft ineinander über. Sie verlangen nach einer ganzheitlichen Betrachtungsweise und fordern, durch ihren unterschiedlichen Aufforderungscharakter, von der Therapeutin ein hohes Maß an Wissen und Einfühlungsvermögen, wann welches Medium für die Klienten/ Patienten einzusetzen ist.
Die Therapeutin ist durch ihre interdisziplinäre Ausbildung in der Lage, je nach Bedürfnis und Notwendigkeit der Patienten/Klienten, zu wissen, warum und wann sie in der therapeutischen Arbeit von einem Medium in ein anderes Medium überwechselt.
Interdisziplinäre Kunsttherapie bedeutet darüber hinaus die bewusste Bejahung der vielfältigen Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks und deren Einbindung in die kunsttherapeutische Arbeit. In den interdisziplinären, kunsttherapeutischen Seminaren erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, interdisziplinäres Arbeiten an sich selbst zu erfahren und ihre Wirkungsweise kennen zu lernen. Über das Einlassen auf unbekannte und unvertraute kreative Betätigungsfelder kann sich bei den Teilnehmern ein Zugang zu ungeahnten Erlebnisschichten in ihnen auftun und entwickeln.

Der psychodynamisch - prozessorientierte Ansatz
Die Interdisziplinäre Kunsttherapie arbeitet nach dem psychodynamisch - prozessorientiertem Ansatz und ist tiefenpsychologisch fundiert.
Prozessorientierte Kunsttherapie stellt alle bewussten und unbewussten psychischen Vorgänge und Verhaltensweisen des kreativ Tätigen im Gestaltungs- bzw. im Malprozess in den Mittelpunkt.
Der Gestaltungsprozess umfasst den gesamten kreativen Vorgang, ausgehend von dem Beginn der Gestaltung bis hin zum Endprodukt. Alle Gefühlsregungen, ob bewusst oder unbewusst , sind während des aktiven Arbeitens von Bedeutung. Das therapeutische Setting, die therapeutische Beziehung und die Gestaltung selbst bieten einen überschaubaren und geschützten Rahmen für ein sich Einlassen in den kreativen Prozess mit allen emotionalen Regungen.

Prozessorientierte Methoden